Biathlon-Wetten verstehen: Schießen, Strafrunden und Quoten

Updated Oktober 2026
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Wetten auf ein Biathlon-Rennen sind eine Wette auf Nerven, nicht auf ein Trikot. Wer sie ernsthaft spielt, muss wissen, wie das Schießen das Klassement umwirft, welche Bewilligung ein österreichischer Anbieter braucht und was seit 1. April 2025 von jedem Einsatz an den Bund geht.

Eine verschneite Loipe im Morgenlicht mit gespurter Spur, im Hintergrund dunkler Nadelwald und eine Bergkette ohne Menschen.
Die ersten Biathlon-Weltmeisterschaften der Männer fanden 1958 in Saalfelden (Österreich) statt.

Stand: 31. Oktober 2026; die Angaben zu Bewilligungen wurden gegen die Impressen und Wettordnungen der Anbieter geprüft.

Erst der Sport: was im Winter tatsächlich gewertet wird

Biathlon hat sieben Disziplinen — Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel, Mixed-Staffel und Single-Mixed-Staffel — und genau diese sieben bestimmen, was auf einem Wettschein überhaupt angeboten werden kann. Zwischen November und März liegen die Weltcup-Stationen dicht hintereinander, dazu kommen die Weltmeisterschaft und alle vier Jahre die olympischen Rennen. Ein Buchmacher, der Biathlon ernst nimmt, baut für jede dieser Disziplinen eine andere Logik ab, weil die Regeln des Schießens sich von Disziplin zu Disziplin unterscheiden.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Zeiten liegt neben einer Stoppuhr auf einem Holztisch, draußen vor dem Fenster fällt Schnee.
Im Biathlon kostet ein Fehlschuss in Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel eine Strafrunde von 150 m, in der Single-Mixed-Staffel 75 m.

Sieben Disziplinen, und jede zählt Fehler anders

Der entscheidende Unterschied liegt im Umgang mit dem Fehlschuss. In Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel kostet jeder Fehlschuss eine Strafrunde von 150 Metern, in der Single-Mixed-Staffel sind es 75 Meter. Im Einzelrennen gibt es keine Strafrunde, sondern eine Strafminute pro Fehlschuss. Das klingt nach Sportregel und ist in Wahrheit die Grundlage jeder Quotenschätzung: 150 Meter laufen die meisten Athleten in ungefähr 20 bis 25 Sekunden, eine Strafminute ist also grob das Dreifache. Wer im Sprint zweimal steht und daneben schießt, verliert um die 40 Sekunden; wer im Einzel zweimal daneben liegt, verliert zwei Minuten. Ein Vorsprung, der im Ziel 15 Sekunden betrug, ist in der einen Disziplin weg, in der anderen bleibt er stehen.

Die Scheiben sind dabei winzig. Auf 50 Metern Entfernung misst der Trefferbereich 4,5 Zentimeter im Liegen und 11,5 Zentimeter im Stehendschießen. Wenn ein Anbieter eine Quote auf „Sieger ohne Schießfehler“ oder auf die Zahl der Strafrunden stellt, dann deshalb, weil dieser Bereich im Streubereich jedes Gewehrs liegt. Es ist keine Frage der Klasse allein, sondern der Tagesform — deshalb sind solche Quoten deutlich höher als eine Siegerquote.

Ein Fußballstadion unter Flutlicht aus großer Entfernung gesehen, davor Felder und eine ruhige Straße in der Dämmerung.
Seit dem 1. April 2025 unterliegen in Österreich alle Einsätze auf Sportwetten einer Gebühr von 5 Prozent.

Was ein Weltcup-Sieg wert ist, und warum das Podium zählt

Wer in einem Einzelrennen des Weltcups gewinnt, bekommt seit der Saison 2022/23 jeweils 90 Punkte. Zwischen 2008/09 und 2021/22 waren es 60. Wer die Gesamtwertung gewinnt, nimmt die große Kristallkugel mit; die Disziplinenwertungen werden mit den kleinen Kristallkugeln belohnt. Rekordsieger im Gesamtweltcup sind bei den Männern Martin Fourcade mit sieben und bei den Frauen Magdalena Forsberg mit sechs Titelgewinnen.

Diese Zahlen sind für Wettkunden wichtiger, als sie aussehen. Wer auf die Gesamtwertung setzt, wettet nicht auf ein Rennen, sondern auf neun Monate Ausdauer, Hotelzimmer in Antholz und Ruhpolding und auf die Frage, ob ein Athlet die Reise zum letzten Weltcup noch antritt, obwohl die große Kugel längst verteilt ist. Wer auf ein Podium setzt, wettet auf einen Tag. Das ist ein anderer Markt mit einer anderen Ausschüttungswahrscheinlichkeit.

Biathlon gehört seit 1960 mit dem 20-Kilometer-Rennen der Männer zum olympischen Programm; Wettbewerbe der Frauen kamen 1992 in Albertville dazu. Der Weltverband IBU entstand nach der Saison 1993/94, als sich der Biathlon von der UIPMB trennte. Die erste Männer-Weltmeisterschaft fand 1958 in Saalfelden statt; Frauen wurden erstmals 1984 separat gewertet und seit 1989 gemeinsam mit den Männern. Für österreichische Wettkunden ist das ein leises Heimspiel, das den Sport in den Wettprogrammen der Landesanbieter erklärt.

Unser Vergleich: zehn Anbieter, fünf mit Bewilligung

Zehn Namen stehen hier nebeneinander, und der erste Punkt, an dem sie sich scheiden, hat mit Quoten nichts zu tun. Fünf dieser Anbieter nennen in ihren eigenen Unterlagen eine Bewilligung einer österreichischen Landesregierung, fünf tun es nicht. Wer vor einem geöffneten Wettprogramm sitzt, sollte diese Trennlinie kennen, bevor er über einen Markt nachdenkt.

Einordnung: Bewilligung oder keine

Anbieter Österreichische Bewilligung Betreiber bzw. angeführte Bewilligung
tipp3 ja Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H., Bewilligung der NÖ Landesregierung
win2day ja, für die Sportwetten Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H., Bewilligung der NÖ Landesregierung
Vierklee ja Vierklee Wettbüro GmbH, Bewilligung der Tiroler Landesregierung
Merkur Bets ja Betreiber nicht angegeben
Admiral ja ADMIRAL Sportwetten GmbH, Bewilligung der OÖ Landesregierung
Starsportwetten ja Star Sportwetten GmbH, Land und Bescheid nicht veröffentlicht
Betway keine Bewilligung der Malta Gaming Authority, keine österreichische
LegendPlay keine Bewilligung in Anjouan, keine österreichische
LeoVegas keine Bewilligung der Malta Gaming Authority, keine österreichische
Hahaspin keine Betreiber Win Top Ltd, Bewilligung Nr. ALSI-202509029-FI1

Die Spalte „keine“ bedeutet nicht Verbot. Ob ein im Ausland gehosteter Buchmacher in Österreich anbieten darf, hängt am Wettgesetz des jeweiligen Bundeslandes und ist umstritten, nicht geklärtes Recht. Was sie bedeutet, steht in den nächsten Abschnitten.

Die Regel, die aus jedem Renntag eine Rechnung macht

Beim Podium gibt es nichts zu interpolieren: die Auszahlung ist Einsatz mal Quote. Wer 20 € auf eine Podiumsquote von 1,90 setzt, bekommt 38 € zurück, davon 18 € Gewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Auswahlen zu einem Preis; drei Podiumswetten zu je 1,90 ergeben 6,86, und dieselben 20 € würden bei Erfolg aller drei 137,20 € einbringen. Der Haken steckt in der zweiten Hälfte des Satzes: drei Podiumsplätze sind drei Bedingungen, nicht eine.

Und dann ist da noch die Marge, die in jeder dieser Quoten steckt. Bei einem Markt mit zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen zu je 1,90 liegt der Quotenschlüssel bei 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 0,95, die Marge also bei 5 %. Auf einen einzigen Podiumsmarkt gerechnet bleibt vom Einsatz im statistischen Mittel rund 5 % beim Buchmacher hängen.

Bei drei Ausgängen — Sieg, Podium, Rest — bei Quoten von 1,45 / 2,60 / 6,00 sinkt der Schlüssel auf 1 ÷ (1/1,45 + 1/2,60 + 1/6,00) = 1 ÷ 1,2405 ≈ 0,81, die Marge also auf rund 19 %. Wer nur auf Sieger spielt, zahlt also regelmäßig weniger als der, der auf das Podium wetten will; wer auf einen Außenseiter setzt, zahlt am meisten. Das ist keine Betrugsmasche, sondern die Gegenleistung dafür, dass jemand eine Quote für einen 40-fachen Außenseiter überhaupt notiert.

Was Live-Märkte und Cash-Out tatsächlich wert sind

Beim Live-Wetten bewegt sich die Quote schneller als der Kommentator. Ein Fehlschuss beim ersten Schießen, und der Favorit rutscht zweistellig nach oben. Der Grund ist wieder die Strafrunde: ein Athlet, der 30 bis 40 Sekunden abgibt, muss sie gegen die Konkurrenz wieder aufholen, und zwar physisch. Wer im Liegendschießen zwei Fehler macht und danach fehlerfrei steht, kann ein Rennen noch gewinnen; wer im letzten Schießen zwei macht, verliert es und kann zusehen. Das ist der Moment, in dem eine Live-Wette ihren Reiz bekommt — und der Moment, in dem sie ihn wieder verliert.

Cash-Out gehört in keine Kategorie „garantiert“. Es ist ein Feature des jeweiligen Anbieters, kein gesetzlicher Anspruch und kein Ausstieg aus dem Risiko. Wer bei widrigen Verhältnissen aussteigt, bekommt eine Auszahlung unterhalb des rechnerischen Werts, weil der Anbieter für das Angebot wiederum eine Spanne einrechnet. Ob eine Wette überhaupt cash-out-fähig ist, hängt am Markt und an der Plattform.

Wann eine Biathlon-Wette in Österreich zu einer Wette wird

Biathlon ist eine Wettsportart mit einer ungewöhnlich klaren Saison. Zwischen November und März liegen die Weltcup-Stationen dicht hintereinander, dazwischen die Weltmeisterschaft, alle vier Jahre die Olympischen Spiele. Das klingt nach einem Geschenk an Live-Wetter, ist aber zuerst ein Geschenk an die Disziplin des Wettkunden: wer nicht aufpasst, findet sich nach sechs Wochen mit einem Dutzend offener Langzeitwetten und einem halbierten Kontostand wieder.

Wer heute auf Biathlon wetten will, hat es mit einem Nullsummenspiel zu tun, in dem zwei Dinge über die Rendite entscheiden. Erstens die Marge, die im Quotenschlüssel steckt und an einem einzigen Markt gemessen werden kann. Zweitens die Gebühr, die der Bund auf jeden Einsatz erhebt. Beides ist messtechnisch unspektakulär und trotzdem das Einzige, was man vor der Platzierung eines Wettscheins wissen kann.

Fünf Dinge, die man vor dem Wettschein wissen sollte

Es gibt im Biathlon keinen Markt, in dem ein Anbieter ohne Marge arbeitet, und keinen Anbieter, für den die 5 % nicht gelten. Wer aus geschätzten 20 Rennen im Winter ein Muster machen will, übersieht genau diese zwei Konstanten. Für die Praxis heißt das: erst den Markt wählen, an dem man teilnehmen will, dann den Anbieter, dann die Quote vergleichen. Nicht umgekehrt. Die Quote ist das Letzte, nicht das Erste in der Reihe.

Ein weiterer Punkt, der an einem einzigen Rennen nicht auffällt: die Disziplin entscheidet über die Varianz. Der Massenstart hat ein großes Feld und ein sehr enges Klassement, weil alle im Pulk laufen und nur die Schießeinlagen ausschlaggebend sind. Der Einzel startet mit 30 Sekunden oder einer Minute Abstand, sodass ein Athlet die Zwischenzeiten der Konkurrenz nicht kennt. Diese Unterschiede sind im Wettprogramm nicht abgebildet, weil sie sich nicht abbilden lassen, aber sie beeinflussen jede Quotenschätzung.

Die Saison macht es außerdem unmöglich, eine Wette als repräsentativ zu behandeln. Ein Rennen pro Woche ist nicht genug, um die Marge auszugleichen, geschweige denn systematisch zu überwinden. Wer die 5 % auf jeden Einsatz kennt und die 5 % Marge im Schlüssel, kennt auch die Zahl, die er schlagen müsste. Das ist die einzige Rechnung, die man vorher aufmachen kann.

Die 5 % Wettgebühr, aufgeschlüsselt

Seit dem 1. April 2025 unterliegen in Österreich alle Einsätze auf Sportwetten einer Gebühr von 5 Prozent. Rechtsgrundlage ist § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG in der Fassung BGBl. I Nr. 7/2025; zuvor, vom 1. Oktober 2005 bis zum 31. März 2025, betrug sie 2 Prozent des Wetteinsatzes. Die Bemessungsgrundlage ist der Einsatz selbst, nicht der Gewinn und nicht die Quote. Schuldner der Gebühr ist, wer die Wette gewerblich abschließt oder vermittelt — also der Buchmacher, nicht der Wettkunde.

Dasselbe gilt, wenn von Österreich aus bei einem Anbieter mit Sitz im Ausland gewettet wird: die Gebühr fällt auch dort an. Eine bezahlte Gebühr ist allerdings kein Nachweis einer österreichischen Bewilligung. Wer einen Beleg für eine Bewilligung sucht, schaut im Impressum oder in der Wettordnung des Anbieters, nicht in einer Abrechnung.

Ob und wie ein Anbieter die Gebühr an den Kunden weitergibt, entscheidet er selbst. tipp3 gibt an, bei verlorenen Wetten die Gebühr selbst zu tragen und bei gewonnenen Wetten 5 Prozent des Gewinns abzuziehen. Man kann das als Kulanz lesen, weil der Anbieter auf eigene Kosten auf die Gebühr verzichtet, solange der Wettschein nicht aufgeht. Und man kann es als eine Rechnung lesen, deren Ergebnis davon abhängt, wie oft der Wettschein aufgeht.

Das Bundesfinanzgericht hat am 12. Mai 2026 eine Beschwerde eines Buchmachers gegen die 5-Prozent-Gebühr abgewiesen. Wer die Wette platziert, zahlt also weiterhin — mittelbar oder unmittelbar.

Fehlschuss, Strafrunde, Quote

Im Biathlon kostet ein Fehlschuss in Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel eine Strafrunde von 150 Metern, in der Single-Mixed-Staffel 75 Meter. Im Einzelrennen wird pro Fehlschuss eine Strafminute addiert. Es gibt also zwei völlig verschiedene Fehlerwährungen, je nachdem, welche Disziplin auf dem Wettschein steht. Wer eine Quote liest, muss diese Währung kennen, weil sie erklärt, warum der Favorit nach zwei Fehlschüssen um mehrere Quotenstufen fällt.

Für eine Live-Wette ist der entscheidende Moment nicht der Fehlschuss selbst, sondern das zweite Schießen. Ein Rennen mit zwei Schießeinlagen lässt sich nach der ersten oft schon als verloren lesen, obwohl es noch nicht gewonnen ist. Athleten mit einem guten Stehendschießen sind in Verfolgung und Massenstart die teuersten Favoriten, weil sie im letzten Schießen die geringste Fehlerwahrscheinlichkeit haben. Wer im Einzel auf einen fehlerfreien Schießstand tippt, spielt gegen die Statistik der Disziplin, nicht gegen einen Gegner.

An dieser Stelle wird die Disziplin also von einer Sportregel zu einem Wettkriterium. Das ist die eigentliche analytische Arbeit hinter einer Biathlon-Wette — nicht die Suche nach dem Namen, sondern die Frage, ob die eingepreiste Fehlerwahrscheinlichkeit zum Schießprofil des Athleten an diesem Tag passt.

Saisonkalender aus Sicht des Wettscheins

Der Biathlon-Winter hat drei Phasen, die für verschiedene Wetten unterschiedlich tauglich sind. Der Saisonstart ist traditionell eine Phase der Überraschungen, weil die Form nach der Sommerpause nicht lesbar ist. Nach zwei bis drei Stationen haben die Favoriten ihre Form gefunden, und die Quoten werden konsistent niedriger. Vor der Weltmeisterschaft gibt es meistens eine Station, an der die Top-Athleten aussetzen, um für das Saisonhighlight zu trainieren — ein Rennen, das keinem Quotenvergleich standhält, weil der Favoritenkreis kleiner ist als die Quote vermuten lässt.

Der Saisonabschluss bringt eine Eigenheit, die in keinem Wettreglement steht: die große Kristallkugel ist verteilt, aber die kleine noch nicht. Wer sich auf die Disziplinenwertung konzentriert, findet in den letzten Rennen eine ganz andere Motivation als in den ersten. Diese Motivation ist ein Fakt über den Sport, nicht über die Quote — und genau deshalb lesen Anbieter sie ein.

Wann eine Biathlon-Wette in Österreich erlaubt ist

In Österreich ist die Sportwette bundesrechtlich kein Glücksspiel. Der Verwaltungsgerichtshof hat am 2. Juli 2015 (Ro 2015/16/0019) entschieden, dass die klassische Sportwette als Geschicklichkeitsspiel außerhalb des Glücksspielgesetzes steht; BMF und BFG halten an dieser Einordnung fest. Deshalb gibt es keine Bundeslizenz, keine nationale Aufsichtsbehörde, keine nationale Liste zugelassener Buchmacher, kein nationales Sperrregister und kein bundesweites Einzahlungslimit für Sportwetten.

Wer Sportwetten annehmen will, braucht eine Bewilligung einer Landesregierung. Jedes der neun Bundesländer hat sein eigenes Wettgesetz und seine eigene Behörde — das NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020) mit dem Amt der NÖ Landesregierung, das Wiener Wettengesetz (LGBl. Nr. 26/2016) mit dem Magistrat, das Oö. Wettgesetz sowie die übrigen Landesgesetze. Der Begriff der Konzession gehört zum Glücksspielgesetz und damit zu Lotterien und Casinos, nicht zur Sportwette.

Die Bewilligung im österreichischen Recht

tipp3 nennt als Rechtsgrundlage das NÖ Wettgesetz vom 27. Mai 2020 (LGBl. Nr. 58/2020); die Bewilligung erteilte die NÖ Landesregierung mit Bescheid vom 10. Dezember 2020 unter der Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020. Betreiber ist die Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Wien. win2day nennt in seiner Wettordnung eine Bewilligung derselben Landesregierung, die ausschließlich die Sportwetten betrifft; die Lotterie- und Casinospiele laufen unter der bundesrechtlichen Konzession nach dem GSpG und unterliegen der Aufsicht des BMF beziehungsweise des Finanzamts Österreich. Zwei Regimes in einem Haus, und man sollte sie nicht verwechseln.

Vierklee nennt im Impressum die Buchmacherlizenz IIa.10.065/144-0 des Amtes der Tiroler Landesregierung; anwendbar ist das Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetz, Betreiber ist die Vierklee Wettbüro GmbH. Admiral veröffentlicht eine Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz, Betreiber ist die ADMIRAL Sportwetten GmbH mit Sitz in Gumpoldskirchen. Merkur Bets, die österreichische Sportwetten-Sparte der Merkur Group, ging aus der 1996 in Gerasdorf bei Wien gegründeten Cashpoint Sportwetten hervor und tritt seit Juni 2025 unter dem neuen Namen auf; Land und Bescheid veröffentlicht der Anbieter nicht. Star Sportwetten GmbH nennt eine Bewilligung, ohne Land und Bescheid zu nennen.

Welche Bewilligung ein anderer Anbieter hält, lässt sich nur in seinem eigenen Impressum oder in der Aufzeichnung der jeweiligen Landesregierung prüfen. Eine national geführte Liste gibt es nicht, weil die Zuständigkeit bei den Ländern liegt — wer eine Liste erwartet, sucht eine Behörde, die es so nicht gibt.

Wo die Bundeshauptstadt, wo das Land die Linie zieht

Die Landeszulassung bindet die Bewilligung an den Ort, von dem aus der Anbieter die Daten bereitstellt. Der Verwaltungsgerichtshof hat das in einer Entscheidung vom 9. April 2026 (Ra 2025/02/0037) zum Oö. Wettgesetz bestätigt. Für ein im Ausland gehostetes Angebot folgt daraus eine Rechtslage, die offen und umstritten ist: nach den Erläuterungen zum NÖ Wettgesetz, zitiert in einem Landtagsantrag, bleiben Anbieter, die Niederösterreich von Servern außerhalb des Landes bedienen, außerhalb des NÖ Gesetzes. Eine Aussage darüber, dass Wetten bei einem im Ausland gehosteten Buchmacher in Österreich verboten oder erlaubt sind, lässt sich in einem Satz nicht verantworten.

Unterschiedlich sind auch die Vorgaben zum Live-Wetten. Wien erlaubt Live-Wetten nur auf Teil- oder Endergebnisse, in der Fassung von 2020; Oberösterreich nur auf ein numerisches Zwischen- oder Endergebnis oder darauf, wer als Nächstes trifft, in der Fassung von 2021. Wie Niederösterreich das derzeit regelt, ist nicht festgehalten; wer eine Aussage zur Livewette liest, sollte auf das Bundesland schauen, auf das sie sich bezieht.

Auch die Einsatzobergrenzen unterscheiden sich. In Oberösterreich und Niederösterreich liegt sie bei 500 € pro Wette, in Wien bei 50 € pro Wette an Terminals ohne Kassa. Für Online-Wetten in anderen Bundesländern gibt es keine einheitliche Angabe. Wer diese Grenzen für überflüssig hält, sollte zur Kenntnis nehmen, dass sie in manchen Bundesländern niedriger liegen, als es die freie Wahl eines Wettkunden vermuten lässt.

Was überhaupt Gegenstand einer Sportwette sein darf, ist ebenfalls Bundesland- und Materiensache. In Wien sind sportliche Ereignisse genannt; Wetten auf Politik oder Fernsehsendungen sind in der Regel nicht zulässig. Wetten auf virtuelle oder aufgezeichnete Rennen sind Glücksspiel und nicht als Sportwette bewilligungsfähig. Wer auf virtuelle Biathlon-Rennen oder Compu-Rennen stößt, hat es nicht mit dem Biathlon zu tun, über den hier die Rede ist.

Ordnungswidrigkeiten sind mit Geldstrafen bewehrt: in Wien bis 22.000 €, in Oberösterreich bis 20.000 €. Für Spieler, die bei einem im Ausland gehosteten Buchmacher wetten, ist keine entsprechende Sanktion festgehalten.

Wo die Grenzen der Kontrolle liegen

Ein bewilligter Anbieter unterliegt einer Kontrolle durch die Behörde, die die Bewilligung erteilt hat — und diese Kontrolle deckt genau die Sparte ab, für die die Bewilligung gilt. Bei einem Anbieter mit mehreren Produkten ist die Sportwette also nicht automatisch von derselben Aufsicht erfasst wie seine Lotterie oder sein Casino.

Der praktische Unterschied, den Wettkunden spüren, liegt beim Selbstausschluss. Selbstsperren sind in den Landesgesetzen vorgesehen, aber pro Anbieter und pro Bundesland, nicht bundesweit. In Wien kann eine Sperre nicht vor zwei Jahren aufgehoben werden. Ein nationales Sperrregister für Sportwetten gibt es nicht. Wer sich also bei einem Anbieter sperrt, ist damit nicht automatisch auch bei einem anderen gesperrt.

Die Glücksspielreform 2026, am 14. Oktober 2026 noch ein Gesetzesentwurf, schafft ein Sperrregister und ein Limitregister für Glücksspiele nach dem GSpG. Die Sportwette steht in keinem von beiden. Auch die Sperre von Zahlungsströmen ist ein geplantes Instrument dieses Entwurfs und keines für Sportwetten.

Zum Schutz Minderjähriger gilt in Wien und Oberösterreich ein Mindestalter von 18 Jahren; auch die Anbieter selbst nennen dieses Alter. Einsätze oberhalb der eigenen Verhältnisse sind damit nicht ausgeschlossen, aber der Zugang für Jüngere wird durch dasselbe Alter begrenzt, das die Anbieter in ihren Bedingungen führen.

Was das für den österreichischen Wettkunden bedeutet

Die Trennlinie, die vor einer Wette zählt, ist die zwischen einem Anbieter mit benannter Landesbewilligung und einem ohne. Ein bewilligter Anbieter hat eine Behörde, die man nennen kann; ein nicht bewilligter hat eine Behörde in einem anderen Land, die für das Produkt in Österreich nichts tut. Wer im Streitfall jemanden anrufen will, ruft bei der einen an.

Ein ausländischer Anbieter ist damit nicht automatisch die schlechtere Wahl. Er arbeitet häufig mit höheren Limits und mit einem größeren Live-Programm, weil ihn die 500-Euro-Grenze von Oberösterreich und Niederösterreich nicht bindet. Wer regelmäßig hohe Summen setzt, merkt den Unterschied schnell. Wer im Gegenzug bei Problemen eine Aufsicht in Österreich will, findet bei ihm keine.

Wann eine Biathlon-Wette in Österreich zu teuer wird

Die Saison hat ein Strukturproblem, das in keinem Wettprogramm steht: sie ist kurz und dicht. Zwischen dem ersten Weltcup im November und dem letzten im März liegen die Wochenenden dicht beieinander. Wer heute nur eine Wette setzt und sechs Wochen später Bilanz zieht, hat dann nicht ein Rennen gespielt, sondern 25. Diese Dichte ist der eigentliche Anlass, sich vorher mit Grenzen zu beschäftigen, nicht erst, wenn die Auszahlung ausbleibt.

Feste Einsatzgrenzen und Pausen sind deshalb kein Misstrauensvotum gegen den Wettkunden, sondern ein Werkzeug für die einzige Person, die über die eigenen Muster Bescheid weiß. Sie setzt der Anbieter selbst; eine bundesweite Vorgabe für Sportwetten gibt es nicht. Wer sie nutzt, findet sie im Konto unter Spielerschutz oder Selbstbeschränkung, und wer sie sucht, sollte wissen, dass sie pro Anbieter gelten und nicht wandern.

Wo es in Österreich Hilfe gibt

Wer merkt, dass aus einer Wette ein Muster geworden ist, findet Beratung bei playsponsible.at. Das ist die Anlaufstelle für Spielerschutz in Österreich — sie berät, sie sperrt nicht. Wer sich sperren will, wendet sich an den Anbieter und nutzt dessen Selbstsperre; sie ist das einzige Instrument, das unmittelbar für das eigene Konto greift.

Wer mehr wissen will, bekommt dort auch Antworten zur Fremdsperre, also zur Sperre durch eine andere Person. Die Landesgesetze sehen beides vor, aber sie gelten pro Anbieter und pro Bundesland.

Zwei Werkzeuge, die tatsächlich greifen

Bei win2day Sportwetten gilt ein Einzahlungslimit, das altersgestaffelt ist: bis zum Alter von 26 Jahren maximal 250 € pro Woche, gerechnet von Freitag bis Donnerstag, ab 26 Jahren maximal 1.680 € pro Kalendermonat; auf Antrag ist eine individuelle Erhöhung möglich, Gewinne zählen nicht zum Limit. Wer sich die 1.680 € als monatliches Spielgeld vorstellt, sollte kurz rechnen: das sind pro Woche roh gerechnet etwa 388 €, und eine Verluststrecke über drei Wochen ist in einer Sportart mit einem engen Favoritenfeld keine Seltenheit.

tipp3 bietet eine Spielpause von 1, 3 oder 6 Monaten, wobei das Guthaben im Konto bleibt, sowie eine Selbstsperre von 1, 2 oder 3 Jahren, bei der das Guthaben auf das verknüpfte Bankkonto überwiesen wird; beide sind nach dem Start nicht aufhebbar. Diese Unwiderruflichkeit ist der eigentliche Wert des Instruments. Eine Pause, die man am Wochenende aufheben kann, ist keine Pause.

Bei den übrigen Anbietern regeln die Spielbedingungen und die Wettordnung, welche Limits und Sperren zur Verfügung stehen. Wer sich im November anmeldet, sollte diese Seite lesen, bevor die ersten Rennen anstehen.

Die Alternative zur Dauerwette

Wer die Dichte der Saison nicht zum Problem machen will, kann sie umdrehen: wenige Rennen, kleinere Einsätze, keine Kombiwetten über mehrere Tage. Es klingt nach Verzicht, ist aber die einzige Variante, in der die 5 % Gebühr und die Marge nicht gegen eine Vielzahl von Einsätzen arbeiten. Ein einzelner Wettschein auf ein Rennen trägt weniger Konzentrationsrisiko als zehn Scheine auf zehn Rennen.

Und wer sich für Cash-Out begeistert: Fehlschüsse sind ein schlechter Grund zum Aussteigen. Wer nach einem Fehlschuss im Liegendschießen aussteigt, verkauft in genau dem Moment, in dem der Markt am ungünstigsten für ihn ist. Der Ausstieg schützt vor Verlust, nicht vor Fehlentscheidung.

Was vom Winter übrig bleibt

Ein Biathlon-Winter besteht aus rund 20 bis 25 Rennen, verteilt über fünf Monate, mit einer Weltmeisterschaft als Höhepunkt. Wer daraus eine Bilanz machen will, sollte die festen Kosten kennenlernen: 5 % Gebühr auf jeden Einsatz, plus die Marge im Quotenschlüssel, plus die Gebühr, die der Anbieter bei einem Gewinn womöglich abzieht. Wer nichts davon tut, spielt nicht schlechter, aber er weiß nicht, warum am Ende weniger auf dem Konto ist als errechnet.

Wann eine Biathlon-Wette bei welchem Anbieter sinnvoll ist

Die folgenden zehn Anbieter sind an denselben Merkmalen gemessen worden: Bewilligung, Live-Angebot, Konditionen, Spielerschutz. Was hier folgt, ist kein Ranking mit einer Siegerliste, sondern eine Einordnung nach dem, was aus den Konditionen folgt. Wer Biathlon in einem österreichischen Wettprogramm sucht, wird bei den meisten der folgenden Anbieter fündig; die Bewilligung entscheidet darüber, wer die Kontrolle über das Angebot hat.

Die Reihenfolge ist die der beschriebenen Einordnung. Bewilligte Anbieter zuerst, dann die Marken ohne österreichische Bewilligung.

tipp3 — die zweite Gebührenlogik

tipp3 betreibt Sportwetten über Portal und App auf Grundlage einer Bewilligung der NÖ Landesregierung nach dem NÖ Wettgesetz; die Bewilligung datiert vom 10. Dezember 2020. Betreiber ist die Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Wien.

Der eigentliche Punkt bei tipp3 ist die Gebühr. Der Anbieter gibt an, bei verlorenen Wetten die 5 % selbst zu tragen und bei gewonnenen Wetten 5 % des Gewinns abzuziehen. Die Formulierung klingt nach Kulanz. Rechnerisch ist sie eine Beteiligung des Bundes am erfolgreichen Ausgang: wer 20 € auf eine Quote von 1,90 setzt, erhält 38 € brutto, davon 1,80 € weniger als ohne Abzug, also 36,20 €, mithin 16,20 € Gewinn. Wer gewinnt, trägt die Gebühr also doch, nur aus dem Gewinn statt aus dem Einsatz.

Der Vorteil liegt beim Verlustfall. Wer verliert, hat bei tipp3 nichts mit der Gebühr zu tun, weil der Anbieter sie trägt. Wer mit einer Trefferquote knapp unter der Gewinnschwelle spielt, findet dort also die freundlichere Gebührenkonstruktion. Wer überdurchschnittlich oft gewinnt, zahlt bei einem Anbieter mit aufgeschlagener Quote womöglich weniger.

Beim Spielerschutz arbeitet tipp3 mit zwei Instrumenten. Die Spielpause lässt sich über 1, 3 oder 6 Monate setzen, das Guthaben bleibt im Konto. Die Selbstsperre läuft über 1, 2 oder 3 Jahre, das Guthaben wird auf das verknüpfte Bankkonto überwiesen. Beide sind nach dem Start nicht aufhebbar. Diese Unwiderruflichkeit ist eine Seltenheit und der eigentliche Grund, tipp3 bei den eigenen Mitteln zu berücksichtigen.

Für einen Wettkunden, der eine bestimmte Quote sucht, ist tipp3 damit kein Quotenführer. Für einen Wettkunden, der lieber den Buchmacher als das Finanzamt an der Gebühr beteiligt, ist es eine überlegenswerte Konstruktion.

win2day — Sportwetten unter zwei Regimen

win2day betreibt Sportwetten auf Grundlage einer Bewilligung der NÖ Landesregierung, die in der Wettordnung genannt ist. Die Lotterie- und Casinospiele derselben Plattform laufen dagegen unter der bundesrechtlichen Konzession nach dem GSpG und stehen unter der Aufsicht des BMF beziehungsweise des Finanzamts Österreich. Zwei getrennte rechtliche Fahrpläne in einem Konto — wer dort eine Sportwette platziert, sollte wissen, welche Seite der Plattform er nutzt.

Im Wettprogramm sind Einzelwetten, Kombiwetten, Langzeitwetten und Livewetten verfügbar; als Sportarten nennt die Seite Fußball, Eishockey, Tennis, Handball und Formel 1. Biathlon ist in dieser Aufzählung nicht enthalten. Wer auf den Wintersport setzt, sollte deshalb das konkrete Angebot prüfen, bevor er über ein Konto nachdenkt.

Das Selbstlimit ist altersgestaffelt: bis 26 Jahre maximal 250 € pro Woche, gerechnet Freitag bis Donnerstag, ab 26 Jahren maximal 1.680 € pro Kalendermonat, auf Antrag individuell erhöhbar. Gewinne zählen nicht zum Limit. Für Spieler unter 26 ist die erste Zahl die bindende, und sie liegt deutlich unter dem, was auf dem Wettschein eines durchschnittlichen Winters steht.

Diese Staffelung ist unbequem und wirksam zugleich. Sie schützt die Gruppe mit der geringsten Erfahrung, und sie tut es mit einer Grenze, die nicht verhandelbar ist. Wer das anders sieht, ist bei einem im Ausland gehosteten Anbieter besser aufgehoben — dort existiert diese Staffelung nicht.

Vierklee — der Tiroler Weg

Vierklee nennt im Impressum die Buchmacherlizenz IIa.10.065/144-0 des Amtes der Tiroler Landesregierung; anwendbare Rechtsvorschrift ist das Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetz. Betreiber ist die Vierklee Wettbüro GmbH. Damit steht der Anbieter in der Reihe der Bewilligten, und zwar mit einem der wenigen Landesgesetze, die den Totalisateur im Namen tragen.

Für den Tiroler Markt ist das ein wesentlicher Punkt: die Bewilligung einer Landesregierung bindet den Anbieter an eine Behörde, die erreichbar ist, und an ein Gesetz, das im selben Land geschrieben wurde. Wer in Tirol im Wettbüro steht und eine Frage hat, hat eine Adresse.

Im Online-Bereich teilt Vierklee das Schicksal jedes regionalen Buchmachers: das Programm ist kein globales Sportbuch, und Biathlon ist eine Randsportart, die saisonal abgedeckt wird. Wer ein tiefes Biathlon-Programm mit Dutzenden Märkten pro Rennen sucht, findet es eher bei den großen Plattformen. Wer wissen will, wo sein Anbieter zugelassen ist, findet bei Vierklee eine klare Antwort.

Der Nutzen eines regionalen Anbieters liegt nicht im Quotenniveau, sondern in der Nachvollziehbarkeit der Zulassung. Das ist ein Argument mit wenig Dramatik und mit einem echten praktischen Wert.

Merkur Bets — der neue Name, der alte Stamm

Die österreichische Sportwetten-Sparte der Merkur Group geht auf Cashpoint Sportwetten zurück, gegründet 1996 in Gerasdorf bei Wien; seit Juni 2025 tritt das Geschäft unter der Marke Merkur Bets auf. Die Bewilligung einer Landesregierung ist vorhanden, Land und Bescheid veröffentlicht der Anbieter nicht.

Die App bietet Live- und Vorab-Wetten samt Cashout sowie Einzel-, Kombi-, System- und Mehrwegwetten; als Sportarten werden Fußball, Basketball, Tennis, American Football, Formel 1 und Olympia genannt. Die Olympia-Nennung ist für einen Biathlon-Wettkunden relevant — olympische Rennen gehören zum Wintersportprogramm, und Biathlon ist seit 1960 mit dem 20-Kilometer-Rennen der Männer Teil der Spiele.

Wer bei Merkur Bets ein Konto eröffnet, wählt einen Anbieter mit österreichischer Bewilligung und ohne veröffentlichte Spielerschutz-Zahlen. Das Cashout-Feature ist ein Ausstieg, kein Vorteil an sich. Systemwetten und Mehrwegwetten sind dagegen Werkzeuge, die für Sportarten mit mehreren Ausgängen interessant sind — im Biathlon auf Podium und Disziplinenwertung.

Für einen Wettkunden, der die Marke aus früheren Jahren kennt, ist der Wechsel eine Umbenennung und keine Neuordnung. Wer damals ein Konto hatte, hat es weiterhin.

Admiral — die Bewilligung aus Oberösterreich

Admiral veröffentlicht eine Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz; Betreiber ist die ADMIRAL Sportwetten GmbH mit Sitz in Gumpoldskirchen. Die GmbH gehörte zur Novomatic-Gruppe, wurde von Walter Grubmüller gegründet und war von 2001 bis 2006 an der Wiener Börse notiert. Wer eine Wette platziert, platziert sie also bei einem Unternehmen mit einer langen Bilanzgeschichte — ein Detail, das nichts über die Quote aussagt, aber über die Wahrscheinlichkeit, dass die Marke morgen noch existiert.

Für Oberösterreich ist der Anbieter zusätzlich in der Landeszulassung verankert, und Oberösterreich hat die strengeren Live-Vorgaben: Live-Wetten sind dort nur auf ein numerisches Zwischen- oder Endergebnis oder darauf erlaubt, wer als Nächstes trifft. Wer das mit einem Rennen in Antholz vergleicht — laufen, schießen, laufen, schießen —, merkt schnell, dass nur ein Teil des Rennens überhaupt live bewettbar ist. Das ist das Bundesland, nicht der Anbieter.

Im Biathlon heißt das: Vorab-Wetten sind das Arbeitsfeld, Live-Wetten auf Teil- und Endergebnisse das Nischenprodukt. Wer Admiral wegen des Live-Programms wählt, wählt es womöglich für ein Angebot, das in seinem Bundesland so nicht bestehen kann.

Starsportwetten — das breite Sportbuch

Star Sportwetten GmbH nennt eine Bewilligung, ohne Land und Bescheid zu nennen. Das ist ein Nachteil für den, der vorher wissen will, wer kontrolliert, und ein Vorteil für den, der die Zulassung nicht als Kriterium führt.

Das Angebot ist breit. Die App-Beschreibung nennt Fußball, Eishockey, Basketball, Tennis, Handball, American Football, Baseball, Volleyball, Rugby und Darts, über 200 Fußballligen aus mehr als 80 Ländern sowie bis zu 10.000 Live-Spiele pro Monat. Biathlon steht nicht in der Aufzählung; Winter- und Spezialsportarten tauchen bei Anbietern mit einer solchen Aufzählung typischerweise saisonal auf, nicht dauerhaft. Wer sich im November anmeldet, prüft das besser jetzt als im Jänner.

Breite und Tiefe sind zwei verschiedene Dinge. 10.000 Live-Spiele pro Monat ist eine Aussage über die Zahl der Events, nicht über die Zahl der Märkte pro Event. Wer eine Live-Wette auf das nächste Schießen oder auf das Schießergebnis der vierten Einlage sucht, wird bei einem Sportbuch mit dieser Schwerpunktsetzung eher ein Podiums- oder Siegerprogramm finden.

Wer die reine Breite sucht, ist hier richtig. Wer die Tiefe im Winter sucht, prüft erst das Programm.

Betway — internationales Angebot ohne österreichische Bewilligung

Betway hat keine österreichische Bewilligung; die für die Marke genannte Zulassung ist eine maltesische der Malta Gaming Authority. Das ist keine österreichische Bewilligung, und ob ein im Ausland gehosteter Anbieter in Österreich anbieten darf, hängt am Wettgesetz des jeweiligen Bundeslandes und ist umstritten. Eine österreichische Selbstsperre greift dort nicht. Wer sich bei einem solchen Anbieter sperrt, sperrt sich nur dort.

Die App bietet Live-Wetten samt Livestreams in Fußball, Basketball, Eishockey, American Football, Darts und Tennis, Cash Out vollständig oder teilweise, Boosts und Super Boosts, einen Wettkonfigurator und Wettkonfigurator+ sowie ein Feature namens Super Sub. Biathlon ist in der Aufzählung der Streams nicht genannt — Biathlon-Rennen werden im österreichischen Fernsehen übertragen, nicht überall.

Der Konfigurator ist für Wintersport die interessantere Funktion: wenn ein Anbieter das Zusammenstellen eigener Kombinationen erlaubt, sinkt die Hemmschwelle, aus drei Schieß-Märkten eine Kombi zu bauen — und damit steigt die Marge, weil sich mehrere Margen übereinanderlegen. Die Livestream-Nennung deutet auf ein Programm, das auf Football und Basketball zugeschnitten ist. Biathlon-Wetter sind hier Gast, nicht Zielgruppe.

LegendPlay — Aktionen für Fußball

LegendPlay hat keine österreichische Bewilligung; die genannte Zulassung stammt aus Anjouan. Für österreichische Wettkunden bedeutet das: keine Behörde im Land, an die man sich bezüglich des Produkts wenden kann, kein Selbstausschluss, der über die Plattform hinausreicht.

Als Sportaktionen nennt die Seite einen Accumulator Boost für Kombiwetten mit mindestens drei Auswahlen und „Bore Draw“, eine Bargelderstattung von 100 % bei Fußballspielen, die 0:0 enden. Beide sind auf Fußball ausgerichtet. Ein Boost auf Kombiwetten lässt sich formal auch auf drei Biathlon-Auswahlen anwenden, wenn das Programm diese Kombination zulässt; ein 0:0-Endstand ist im Biathlon schlicht nicht möglich. Wer sich wegen der Aktionen anmeldet, sollte also prüfen, ob Wintersportmärkte überhaupt in die Aktion einbezogen sind.

Der Kombi-Boost verdünnt die Marge, nicht die Unsicherheit. Drei Podiumsauswahlen bleiben drei Bedingungen; ein Aufschlag auf die Quote macht die Kombination nicht wahrscheinlicher, sondern nur besser bezahlt, wenn sie aufgeht.

Für einen Wintersport-Wettkunden ist LegendPlay damit eine Plattform mit einem eingeschränkten Aktionsangebot — und eines, das sich an eine andere Sportart richtet.

LeoVegas — das Sportbuch auf Kambi

Die Marke LeoVegas gehört zu LeoVegas Gaming Ltd. mit Sitz in Malta, einer Tochter von MGM Resorts International. Die Gruppe LeoVegas AB wurde 2011 gegründet und hat ihren Sitz in Stockholm; für das Sportbuch nutzt sie die Kambi-Plattform. Eine österreichische Bewilligung liegt nicht vor; eine österreichische Selbstsperre greift nicht.

Die Kambi-Plattform ist ein eigenes Argument. Sie liefert standardisierte Wettmärkte an viele Buchmacher, wodurch das Angebot an Sportarten und Märkten meist tiefer ist als bei einem selbstgebauten Buch. Für einen Wintersport-Wettkunden ist genau das der Punkt: Plattformen dieser Art führen Biathlon typischerweise mit mehreren Märkten pro Rennen, weil der Aufwand der Aufnahme in den Marktbaum klein ist.

Wem eine österreichische Kontrolle wichtig ist, wird bei der Marke nicht fündig. Wem ein tiefes Programm wichtiger ist als die Aufsicht, für den ist es eine der interessanteren Optionen. Das ist ein Tauschgeschäft, kein Nachteil für jeden.

Hahaspin nennt als Betreiber die Win Top Ltd und beruft sich auf eine Lizenz der Anjouan Offshore Finance Authority mit der Nummer ALSI-202509029-FI1; dieselbe Nummer steht in der Copyright-Zeile des Footers. Eine österreichische Bewilligung liegt nicht vor. Wer nachprüfen will, ob eine Lizenz existiert und was sie abdeckt, kann das in jedem Register tun, in dem sie geführt wird — in Österreich ist es nicht.

Ein Name aus einem anderen Rechtsraum ist nicht automatisch ein Problem. Ein Name ohne Angabe eines Betreibers wäre eines. Hahaspin nennt seinen Betreiber, und das ist mehr, als manche Plattform tut.

Für einen österreichischen Wettkunden ist die Kombination dennoch ungewöhnlich: keine österreichische Bewilligung, keine österreichische Aufsicht, keine österreichische Beratungsstelle im Hintergrund. Wer hier ein Konto eröffnet, sollte die Konditionen selbst lesen, weil er sonst keine Instanz hat, die es für ihn tut.

Was aus den Zahlen folgt: meistens geht es nicht um die Quote

Auf das ganze Feld der zehn Anbieter gesehen, verschiebt sich die entscheidende Frage für die meisten österreichischen Wettkunden weg von der Quote und hin zu den Bedingungen. Die Marge liegt in einem Zwei-Weg-Markt im Beispiel bei 5 %, in einem Sieg-Podium-Rest-Markt bei rund 19 %; die Marge sinkt mit jedem weiteren Ausgang, den ein Anbieter notiert. Die 5 % Wettgebühr kommt auf jeden Einsatz. Zusammen ist das der Rahmen, in dem überhaupt Gewinn entsteht.

Genau dieser Rahmen verändert die Disziplin, die man übt. Ein Wettkunde, der zwei Anbieter vergleicht, findet selten eine Differenz von zwei Prozentpunkten in der Marge — kleine Unterschiede in der Marge machen in der Praxis weniger aus als die Frage, ob der Anbieter die Gebühr im Verlustfall selbst trägt oder nicht.

Die zweite Folge betrifft die Disziplin. Von den zehn Anbietern erheben zwei unter ihren jeweils eigenen Bedingungen Anforderungen an die Einsatzhöhe: tipp3 im Gewinnfall über den Gebührenabzug, win2day über das altersgestaffelte Einzahlungslimit. Die verbleibenden acht geben zumindest öffentlich keine entsprechende Bedingung an. Wer mit kleinen Beträgen spielt, merkt den Unterschied nicht; wer mit größeren spielt, merkt ihn.

Die dritte Folge betrifft die Sichtbarkeit. Sechs der zehn Anbieter haben eine für den österreichischen Markt relevante Bewilligung. Wer nachprüfen will, ob ein bestimmter Anbieter in seinem Bundesland anbieten darf, kann das nur beim Anbieter selbst oder bei der zuständigen Landesregierung tun. Eine nationale Liste gibt es nicht, und sie wird auch nicht kommen, weil das Bundesrecht die Sportwette nicht erfasst.

Wer nach all dem noch eine Wette auf ein Biathlon-Rennen platzieren will, hat die Reihenfolge jetzt umgekehrt: erst die Disziplin und den Markt, dann die Bedingungen, dann die Quote. Das ist keine Garantie und schon gar kein System. Es ist nur die Rechnung, die man vorher aufmachen kann.

Häufige Fragen zu Biathlon-Wetten in Österreich

Welche Wettarten gibt es im Biathlon?

Der Markt reicht von Sieger- und Podiumswetten über Platzierungen innerhalb der ersten Sechs bis zu Spezialmärkten auf die Zahl der Strafrunden und darauf, wer im Schießen fehlerfrei bleibt. Dazu kommen Langzeitwetten auf die Gesamtwertung und die Disziplinenwertungen sowie Live-Märkte während eines laufenden Rennens.

Wie wirken sich Fehlschüsse auf die Live-Quoten aus?

Ein Fehlschuss kostet in Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel eine Strafrunde von 150 Metern oder im Einzel eine Strafminute, also mehrere Sekunden Zeitverlust. Die Quote des Betroffenen steigt dadurch schlagartig, während die Konkurrenten fallen. Ob der Anstieg den tatsächlichen Chancen entspricht, hängt davon ab, wie sicher der Athlet stehend schießt.

Wie viele Punkte gibt es für einen Weltcup-Sieg, und was bedeutet das für die Gesamtwertung?

Seit der Saison 2022/23 bringt ein Sieg in einem Einzelrennen des Weltcups 90 Punkte; zuvor waren es 60. Wer auf die Gesamtwertung wettet, wettet damit auf Konstanz über die ganze Saison. Die Sieger erhalten die große Kristallkugel, Rekordhalter sind Martin Fourcade mit sieben und Magdalena Forsberg mit sechs Titeln.

Wie wird die Auszahlung einer Podiumswette berechnet?

Die Auszahlung ergibt sich aus Einsatz mal Quote. Bei 20 € Einsatz und einer Quote von 1,90 sind das 38 € zurück, davon 18 € Gewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Auswahlen zu einem Gesamtpreis, und der Anbieter kann bei einem Gewinn zusätzlich eine Gebühr abziehen.

Wer trägt die Wettgebühr von 5 Prozent?

Schuldner der Gebühr ist, wer die Wette gewerblich abschließt oder vermittelt, also der Buchmacher. Die Bemessungsgrundlage ist der Einsatz, nicht der Gewinn; die Gebühr fällt auch an, wenn von Österreich aus bei einem im Ausland sitzenden Anbieter gewettet wird. Ob er sie weitergibt, entscheidet jeder Anbieter selbst.

Inhalt erstellt vom Team «Einzahlungsportwetten.com»